Nordrhein-Westfalen stellt die Weichen für eine zukunftsfähige Kreislaufwirtschaft. Mit der neuen Circular-Economy-Strategie will die Landesregierung Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und Klimaschutz stärker miteinander verzahnen. Unternehmen, Verbände, NGOs und Kommunen sind eingeladen, sich im Rahmen einer Online-Konsultation aktiv an der Ausarbeitung zu beteiligen.
Ziel der Strategie ist es, die Kreislaufwirtschaft gezielt zum Innovationsmotor für neue Produkte, Geschäftsmodelle und Wertschöpfungsketten zu entwickeln. Gleichzeitig soll die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in Nordrhein-Westfalen gestärkt und die Abhängigkeit von importierten Rohstoffen reduziert werden. Die Ergebnisse der Beteiligung fließen in die finale Strategie ein, die im ersten Halbjahr 2026 vom Kabinett verabschiedet werden soll.
Die Kreislaufwirtschaft spielt für den Industriestandort Nordrhein-Westfalen bereits heute eine zentrale Rolle. Der verstärkte Einsatz von Sekundärrohstoffen hilft, Stoffkreisläufe zu schließen, den Ressourcenverbrauch zu senken und kritische Lieferketten zu stabilisieren. Ohne funktionierende Kreisläufe ist das Ziel einer klimaneutralen Industrieregion nicht erreichbar. Gleichzeitig entstehen neue wirtschaftliche Chancen, insbesondere für rohstoff- und energieintensive Branchen wie Chemie, Baustoffe, Metall sowie für technologieorientierte Industrien wie Maschinenbau und Elektrotechnik.
Kern der neuen Circular-Economy-Strategie sind 14 Eckpunkte, mit denen das Land erstmals eine klare strategische Ausrichtung vorgibt. Sie umfassen unter anderem verlässliche regulatorische Rahmenbedingungen, gezielte Förder- und Finanzierungsinstrumente, den Ausbau von Netzwerken und Partnerschaften sowie eine stärkere Ausrichtung der öffentlichen Beschaffung auf zirkuläre Lösungen. Inhaltlich setzt die Strategie Schwerpunkte bei der chemischen Industrie, Kunststoffen, zirkulärem Bauen, Technologiebranchen, Circular Cities und der Sekundärrohstoffwirtschaft.
Dass Kreislaufwirtschaft in Nordrhein-Westfalen bereits praktisch umgesetzt wird, zeigen bestehende Förderprogramme wie „Zirkuläre Produktion“ und „CircularCities“. Gefördert werden Unternehmen bei der Entwicklung kreislauforientierter Produkte, Maschinen und Prozesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Kommunen erhalten Unterstützung bei der Integration zirkulärer Prinzipien in Stadtentwicklung, Abfallwirtschaft und Infrastrukturprojekte. Ergänzt wird dies durch internationale Kooperationen, unter anderem mit den Niederlanden und Flandern, um den grenzüberschreitenden Austausch zu stärken.
Eine zentrale Rolle übernimmt dabei die Leitstelle Circular Economy bei NRW.Energy4Climate. Sie vernetzt Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik und unterstützt den strategischen Dialog im Land. Mit der laufenden Online-Konsultation wird dieser Austausch nun weiter vertieft. Stellungnahmen zu den Eckpunkten der Strategie können bis zum 15. Februar 2026 über das Landesportal „Beteiligung NRW“ eingereicht werden. Weitere Informationen.
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